
Schätzungen zufolge sind allein in Deutschland 2 bis 4 Mio. Menschen von chronischen Wunden betroffen. Leider ist die Behandlung dieser Patienten nicht immer optimal. Dies liegt zum einen an den strukturellen Problemen unseres Gesundheitswesens, zum anderen auch an einer unklaren und damit auch als unbefriedigend empfundenen Datenlage zur Entstehung der Wunden und ihrer Behandlung.
Im Juni 2012 wurde die neue S3-Leitlinie für die Lokalbehandlung chronischer Wunden veröffentlicht. Diese und andere evidenzbasierten Leitlinien bringen Licht ins Dunkel, lassen aber auch einige Fragen unbeantwortet.
Im diesjährigen GCP-Workshop wollen wir die Bedeutung der Leitlinien für die Praxis diskutieren und uns aber auch den verbleibenden Fragen zu „best clinical practice“ stellen. Denn erst beides zusammen, Leitlinie und „best clinical practice“, ermöglicht Effizienz in der Wundbehandlung.
Wir haben uns auf die wesentlichen Erkrankungen konzentriert, die chronischen Wunden zugrunde liegen: das diabetische Fußsyndrom, Druckgeschwüre und die Erkrankungen von Arterien und Venen. Diagnostik und Behandlung dieser Grunderkrankungen und die Therapie der daraus resultierenden Wunden stehen im Fokus. Darüber hinaus nehmen wir die aktuelle Diskussion um die Hygiene auf und geben die Datenlage wieder. Vorträge zum Überleitungsmanagement, zur Vernetzung zwischen ambulantem und stationärem Sektor sowie zu rechtlichen Aspekten können uns wertvolle Impulse für den klinischen Alltag geben.
Damit richtet sich dieser GCP-Workshop an alle ärztlichen Kollegen, die im Krankenhaus und in der ambulanten Versorgung Patienten mit chronischen Wunden behandeln. Er soll natürlich auch den Vertretern der Pflegeberufe ein Forum bieten, ohne deren Einsatz und Expertise die tägliche Behandlung dieser Patienten nicht möglich wäre.
Wie gewohnt wird die Diskussion einen breiten Platz einnehmen, um einen regen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen und den Charakter des Workshops zu gewährleisten. Wir freuen uns auf Ihr Kommen, Ihre Erfahrungen und Diskussionsbeiträge und hoffen, Sie im Langenbeck-Virchow-Haus in Berlin begrüßen zu dürfen.
Ihre
Prof. Dr. J. Dissemond Priv.-Doz. Dr. A. Schachtrupp Prof. Dr. H. Fansa
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